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BezeichnungBearbeiten

Dr. Ing. Reinhold Achatz: Prozessoptimierung bei der Entwicklung von Software für eingebettete Systeme, 2009, ISBN 13978-3-86844-181-9, Göttingen: Sierke Verlag, Dissertation

Informationen zum AutorBearbeiten

Dr. Ing. Reinhold Achatz, Leiter Corporate Research and Technologies der Siemens AG (Inzwischen zu Thyssen-Krupp gewechselt (Bloomberg ))

Forschung und Entwicklung findet bei Siemens im wesentlichen in den Sektoren statt. Das sind die geschäftsführenden Einheiten Industry, Healthcare und Energy, sowie zukünftig Cities and Infrastructure. Parallel dazu gibt es eine ca. 2.200 Mann starke R&D-Einheit, die die aktuellen globalen wissenschaftlichen Entwicklungen beobachtet und auf Verwertbarkeit für den Konzern durchleuchtet. Dort wo sie gewinnbringend erscheinen, eignet sie sich diese an und bringt sie in eine für den Konzern verwertbare Form. Diese Einheit heißt Siemens Corporate Technology. Geleitet wird sie von Klaus Helmrich, Vorstandsmitglied der Siemens AG und deren Chief Technology Officer (CTO). Siemens Corporate Technology besteht neben der Kaufmannschaft aus zwei Abteilungen: (1) der Patentabteilung (Corporate Intellectual Property) und (2) der Technikabteilung (Corporate Research and Technologies). Letztere wird von Reinhold Achatz geleitet. Als Abteilungsleiter trägt er den Titel "Vice President". Dies ist bei Siemens usus und nicht von größerer Bedeutung, da es keinen President gibt. Die Siemens AG wird von einem Vorstand (Board) und an dessen Spitze von einem Vorstandsvorsitzenden (CEO) geführt. Die Anzahl der Vice Presidents bei Siemens ist fünfstellig.

Seit kurzem führt Herr Achatz auch einen Prof.-Titel. Der Hintergrund hierfür ist, dass die Tsinghua Universität in Peking ihn ehrenhalber zum "Advisory Professor" ernannt hat. Der Begriff "Advisory Professor" ist in der wissenschaft nicht geläufig. Neben dem ordentlichen Professor gibt es den "Associate" oder "Assistant Professor", auf Deutsch den Dozenten. Letzteres wird im Englischen auch für Privatdozenten verwendet. Eine "Advisory Professor", also eine Beratungsprofessur gibt es in der Sciencia nicht. Für Herrn Achatz musste die Tsinghua Universität kreativ werden, da er nicht habilitiert und an der vergebenden Universität nicht lehrend aktiv ist, geschweige denn im wissenschaftlichen Umfeld jemals irgendwelche Spuren hinterlassen hat. Konsequenterweise verlautet die Pressemitteilung, dass man sich mit der Ernennung eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit Siemens verspricht. ( http://www.rd.tsinghua.edu.cn/kybg_out/detail_en.jsp?seq=8822&boardid=6109 ).

Herr Achatz führt den Titel wie eine reguläre Professur, was sich nahtlos in das restliche Blendwerk seines Lebenslaufes einfügt. https://www.zvei.org/fileadmin/user_upload/Presse/Jahreskongress_MV_2011/Referenten-CVs/Achatz.pdf


Beispiel 1: "Er trägt die globale Verantwortung für die Themen: Electronics, Energy & Environment ..." Die Verantwortung des Energiegeschäfts liegt bei dem Sektor "Energy" mit 88.000 Mitarbeitern. Herr Achatz hat ein Team von wenigen hundert Mitarbeitern, die von dem Sektor "Energy" als zusätzliche R&D-Ressourcen beauftragt werden.

Beispiel 2: "... verantwortlich für die Software- und Engineeringstrategie und die weltweite Software Initiative (SWI)." Die weltweite Software Initiative war eine Best Practice Plattform, bestehend aus 1,5 Mitarbeitern.

Beispiel 3: "Er wurde ausgezeichnet als ‘Siemens Top Innovator’ für seine herausragenden Innovationen ..." Es gibt bei Siemens keine regelmässige Auszeichnung, die diese Bezeichnung trägt. Bei der tatsächlich statt gefundenen Auszeichnung zum Siemens Top Innovator handelt es sich um einen einmaligen, in seinem Ablauf nicht nachvollziebaren und vor allem von einer einzelnen Person initiierten und durchgeführten Akt. Er ist nicht zu verwechseln mit der institutionalisierten Auszeichnung "Erfinder des Jahres", bei der jährlich die weltweit erfolgreichsten Erfinder geehrt werden. Um sich für diesen Preis zu qualifizieren müssen sie über einen längeren Zeitraum zahlreiche bedeutende Erfindungsmeldungen eingereicht haben.

QuellenBearbeiten

OfflineBearbeiten

Wo kann man die Arbeit ausleihen?
Wo kann man sie kaufen?
Sierke Verlag: https://www.sierke-verlag.de/index.php?section=2&sub=6&pid=4c8609e26085694e2b0c121df3e2b5f8


Wie ist die Verfügbarkeit im Moment?
Bayerische Staatsbibliothek: Signatur: BSB-Katalog (4/83)


Online (OCR pdf für Plagiatsjäger)Bearbeiten

http://www.fileserve.com/file/TJ4JMaF

OnlineBearbeiten

http://www.4shared.com/folder/AOFnbBoV/_online.html


Kommentare/Externe LinksBearbeiten

Die Arbeit wurde 2009 eingereicht. Der Gegenstand der Arbeit bezieht sich auf den wissenschaftlichen Stand der Softwareentwicklung von ca. 1995. Eine Forschungsmethodik ist nicht erkennbar. Es werden lediglich Erfahrungswerte (aus der Entwicklungstätigkeit des Autors in den neunziger Jahren) dargestellt mit dem Ziel 'Erfolg bei der Entwicklung... wiederholbar' zu machen (S.5).

Selbst als Hausarbeit wäre die Arbeit eine Zumutung. Sie ist in ihren Kernausssagen trivial, inhaltlich veraltet und ohne jeglichen wissenschaftlichen Wert. Eingereicht wurde sie am 21.04.2009. Am 22.04.2009 startete die Innovationsallianz "Software für Embedded Systems" mit einem Projektvolumen von 38,5 Millionen Euro. Laut Pressemitteilung bei der Unterzeichnung mit dabei u.a. Hr. Achatz und Herr Prof.Broy (Prüfer der Diss.).

Pressemitteilung: http://portal.mytum.de/pressestelle/pressemitteilungen/news_article.2009-04-22.5726756518/090422_embedded_spes_pi

Es ist ausserdem festzustellen, dass der erste Prüfer der Dissertation, Prof. Klaus Bender, Vorstandsmitglied der Profibus Nutzerorganisation e. V. und Leiter des Programmkomitee des Kongresses Automation&Drives ist. Achatz war lange Zeit Entwicklungsleiter des Geschäftsgebiets Industrielle Steuerungssysteme im Bereich Automation&Drives der Siemens AG.

Hallo, ich stimme meinen Vorrednern zu. Dieses Dissertation ist sehr dünn (Apropros dünn: http://www.4shared.com/video/XgqawYKC/TZDFinfokanal_Diss.html). Es ist noch hinzuzufügen, dass Herr Achatz seine Promotion gemacht hat während(!) er bereits Forschungschef bei Siemens war. Dass eine intensive wissenschaftliche Diskussion oder eine kontinuierliche Forschungsmethodik in dieser Konstellation fast ausgeschlossen ist, liegt auf der Hand.

Hallo, ich bezweifle, dass es sich bei einer derart simplen "Dissertation" lohnt, diese auf Plagiate hin zu untersuchen. Das meiste der dort vorgestellten "Erkenntnisse" sollte einem Informatiker spätestens mit seinem Bachelor-Abschluss bekannt sein.

In dieser Arbeit wird man wohl kein Plagiat finden. Wie auch? Selbst durchschnittliche Bachelorarbeiten an "normalen" Universitäten und Fachhochschulen haben im Vergleich zur Disseration von Herrn A. einen erheblich höheren wissenschaftlichen Anspruch und zeigen in erheblich höherem Maße die eigene Leistung des Kandidaten. Hier kann man der "Elite-"Universität TU München nur dringend raten, solch eine Arbeit nicht gewähren zu lassen. Ich empfinde eine solche Arbeit als eine Beleidigung für jeden anständigen Doktoranden.

--

Ich möchte dem Herrn A. seine langjährige Managementerfahrung und das positive Mitwirken in erfolgreichen Industrieprojekten nicht in Abrede stellen. Die hier diskutierte Arbeit (wohlgemerkt mit wissenschaftlichem Anspruch) entspricht vom Tiefgang, der inhaltlichen Ausführung sowie von der Anwendung wissenschaftlicher Methoden her allenfalls einer Bachelor- oder Masterarbeit in einem einschlägigen Managementfachgebiet. I.d.R. sind Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten in vielen naturwissenschaftlichen Studiengängen wesentlich technisch-mathematischer geprägt. Insb. bei Dissertationen ist die Anwendung rational- bzw. empirisch-wissenschaftlicher Argumentation über das genaue Schreiben und eine profane Literaturrecherche hinausgehend von ganz besonderer Bedeutung. Hier hat die vorliegende Arbeit eindeutige und äußerst kritische Schwächen. Die möglicherweise zutreffenden Schlüsse aus der persönlichen Erfahrung Herrn As. sind keinesfalls genügend für den Nachweis der Tragfähigkeit des leider nur recht allgemein vorgeschlagenen Konzepts. Ich schließe mich den obigen Bemerkungen sonst an. Ich denke, Plagiate dürften jenseits der Abbildungen kaum zu finden sein, denn der Text ist von der Lesart her einfach gestaltet und dürfte ohne großen Aufwand rasch und selbst erstellt worden sein.

ErgebnisseBearbeiten

Diese Arbeit wurde noch nicht abschliessend untersucht.

Erster Eindruck: sehr dünn (112 Seiten), viele Bilder (mehr als 60, davon viele in englisch, ohne Referenz, wohl einfach übernommen), viel blabla in Richtung 'ich habe mal was mit Softwareentwicklung gemacht'

Die Abbildungen sind bestimmt zu 90% aus Folien der Firma Siemens zusammengestellt, teilweise mit Quelle auf der Folie aber nicht richtig zitiert (Bild 5-5). Interessant ist, dass man eine Test- und Integrationsstrategie in 3 Bildern darstellen kann (Bild 6-6).

DiskussionBearbeiten

Wenn der Forschungschef von Siemens solchen Murks als Dissertation einreicht, kann man sich vorstellen, was die bei Siemens für einen Anspruch an Forschung haben.

Lieber Diskutant, frei nach dem Motto: "Frage nicht, was Du für Siemens tun kannst ..." zeigt Achatz nur einmal mehr auf, was alles möglich ist, wenn man geschickt die Plattform Siemens für sich zu nutzen weiß. Wissenschaftlichen Kompetenz, geschweige denn ein belastbares Netzwerk in die weltweite Forschung oder darin gar eine prägende Rolle waren nicht die Kriterien, die Achatz auf seine Position gebracht haben. Wie seine Dissertation aufzeigt, fehlt ihm der grundsätzliche Zugang zu wissenschaftlichem Denken wie auch der Drang zu neuen Erkenntnissen.

Plagiate sind eine von vielen möglichen Verletzungen gegen die Standards guter wissenschaftlicher Praxis.

Universitäten stehen unter finanziellem Druck und sind auf Drittmittel angewiesen. In diesem Rahmen hat die Tsinghua Universität den richtigeren Weg gewählt. Sie verleiht einen akademisch irrelevanten Fantasietitel und zeigt in einer Pressemeldung sehr transparent auf, dass sie keine wissenschaftliche Leistung auszeichnet, sondern sich von diesem Akt finanzielle Zuwendungen verspricht. Die TU München taugt hier sicherlich nicht als Rollenmodell. Wenn das Praxis macht, wird man in wenigen Jahren über den Dr. der TU-München so lachen wie heute über den aus Graz oder Linz.

Neben dem reinen plagiatieren gibt es wohl eine weitere Option, vereinfacht zu einem akademischen Titel zu kommen. Mit größeren Spenden, Parteizugehörigkeiten, Kooperationen, Stiftungsprofessuren und anderen Verbindlichkeiten erlangt man relativ einfach das Wohlwollen der Fakultät. Das hat mit kritischem Wissenschaftsbetrieb nichts mehr zu tun. Die Unterschiede in der Bewertung sind zu groß geworden als das Mauschelein und Kungelein wie z.B. bei der Achtzschen Prosa nicht mehr auffallen. Da es kein Einzelfall zu sein scheint, wäre neben dem Plagipedi Wikia vielleicht ein Kungel Wikia angebracht, bei dem man allzu offensichtliches Augenzudrücken seitens der Universitäten dokumentiert.


Die Quellen-Links funktionieren nicht. (22.06.11 11:40)

-->OCR hab ich gerade runtergeladen. Man muss auf langsamsten download rechts unten klicken.



Ich kann mich nur anschließen. Ein Kungel Wikia wäre nicht verkehrt! Es scheint so als ob man nicht abschreiben muss, man kann eine Doktorarbeit auch "erwerben", scheinbar auch an Eliteuniversitäten in Deutschland. Wer ganz geschickt ist nimmt für seinen Doktor etwas Firmengelder und Steuergelder!

Siehe oben (Zitat): „Die Promotion von Herrn Reinhold Achatz, Chef von Siemens CT, wurde 2009 eingereicht. Der Gegenstand der Arbeit bezieht sich auf den wissenschaftlichen Stand der Softwareentwicklung von ca. 1995. Eine Forschungsmethodik ist nicht erkennbar. Es werden lediglich Erfahrungswerte (aus der Entwicklungstätigkeit des Autors in den neunziger Jahren) dargestellt mit dem Ziel 'Erfolg bei der Entwicklung... wiederholbar' zu machen (S.5).

Selbst als Hausarbeit wäre die Arbeit eine Zumutung. Sie ist in ihren Kernausssagen trivial, inhaltlich veraltet und ohne jeglichen wissenschaftlichen Wert. Eingereicht wurde sie am 21.04.2009. Am 22.04.2009 startete die Innovationsallianz "Software für Embedded Systems" mit einem Projektvolumen von 38,5 Millionen Euro. Laut Pressemitteilung bei der Unterzeichnung mit dabei u.a. Hr. Achatz und Herr Prof.Broy (Prüfer der Diss.)."

Spannend nun daran ist, dass die Hauptinitiatoren der Innovationsallianz Hr. Achatz und Prof. Broy (Zweitgutachter) sind, unter der tatkräftigen Mithilfe von Ministerin Schavan. 23 Mio. Euro Steuergeld, 15 Mio. Euro von der Industrie (ein Großteil von Siemens). Hier könnte man vermuten, dass die Promotion von Herrn Achatz ein Beiwerk ist. Respekt!

Persönlicher Kommentar dazu:

Auch der Forschungschef von Siemens oder Thyssen-Krupp scheint eine akademische Vita zu brauchen. Vielzahl siner Mitarbeiter sind ja promoviert und sogar habilitiert. Wer allerdings in Managementverantwortung steht hat natürlich nicht mehr die Zeit in jahrelanger Forschungsarbeit eine Promotion zu erarbeiten. Abschreiben ist nicht mehr so ganz salonfähig. Aber es gibt ja andere Möglichkeiten.

Hochschulen und insbesondere die Professorinnen und Professoren haben hohen Druck entsprechende Drittmittelzahlen zu erreichen. Nicht selten erliegt die bzw. der eine oder andere den Verlockungen und Angeboten der Industrie. Hier kann man seine Drittmittelquote erhöhen.

Auch die Politik spielt gerne mit: Gerne werden große Projekte initiiert mit hoher Industriebeteiligung. Das gibt gute Presse, egal was am Ende bei den Projekten rauskommt.

Dass Politik, Industrie und Universität mit solchen, vereinzelten Aktionen, die akademische Würdigung von ganzen Heerscharen von Forschern in Frage stellen scheint von den Entscheidern niemand zu interessieren. Nur die Mitarbeiter der entsprechenden Industrieunternehmen und Universitäten machen sich so ihre Gedanken.

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