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Backhaus, Till: Betrachtungen zur Getreideproduktion in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 1900 und 2000 (Dissertation)

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BezeichnungBearbeiten

Dr. Till Backhaus: Betrachtungen zur Getreideproduktion in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 1900 und 2000, Dissertation, Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 2001

QuellenBearbeiten

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ErgebnisseBearbeiten

Diese Arbeit wurde noch nicht manuell untersucht. Da es sich um eine historisch-vergleichende Arbeit handelt, dürften die meisten Quellen nur offline verfügbar sein (s. auch die Plagscan-Analyse). Auffallend an Backhaus' Arbeit ist, dass er nie (!) Seitenzahlen in seinen Quellenangaben verwendet, sondern im Text nur auf Autor und Erscheinungsjahr verweist.

Analyse von Plagscan.comBearbeiten

Der automatische Plagiatsableich von Plagscan.com kann als PDF heruntergeladen werden: Datei:Backhaus2001-Plagscan-Analyse.pdf. Plagscan fand keine relevanten Übereinstimmungen mit anderen Online-Quellen, die auf ein Plagiat hindeuten. Ironischerweise findet sich ein Vortrag von Prof. Christian Gienapp aus dem Jahr 2007, der Teile wortwörtlich aus Backhaus' Einleitung (Folie 4) bzw. Schlussfolgerungen (Folie 47) abgeschrieben hat, ohne dies entsprechend kenntlich zu machen.

DiskussionBearbeiten

Auch wenn Backhaus seine Dissertation selbst verfasst haben sollte, genügt ein Blick ins Inhaltsverzeichnis um zu erkennen, dass sie weder formal noch inhaltlich wissenschaftlichen Standards genügt. Im Focus 16/2003 heißt es hierzu:

„Das Machwerk ist substanzlos und entspricht weder inhaltlich noch formal wissenschaftlichen Ansprüchen“, so der Pflanzenbau-Experte Wilhelm Römer, Professor an der Universität Göttingen. Backhaus nenne oftmals keine Quellen und belege von ihm aufgestellte Behauptungen nicht. Tabellen seien fast ausnahmslos abgeschrieben. Und die Literaturliste weise so viele Mängel auf, „dass wir sie nicht einmal von einem Diplomstudenten akzeptieren würden“, so ein anderer Hochschuldozent.

Die ersten vier "Kapitel" – "Einleitung" (S. 8), "Beschreibung der Region und Entwicklung der Agrastruktur" [sic!] (S. 9), "Geologische Entstehung und naturbedingte Gliederung des Landes" (S. 10-11) und "Natürliche Standortfaktoren" (S. 12-16) – umfassen lediglich neun Seiten.



Der Hauptteil der Arbeit – Kapitel 5. "Getreideproduktion" (S. 17-69) – ist unterteilt in acht Zeitabschnitte. Die Unterkapitel bestehen lediglich aus einer kurzen Beschreibung der Umstände der Getreideproduktion zum jeweiligen Zeitpunkt und sind immer gleich gegliedert ("Agrarstruktur, Artenverhältnis und Erträge" – "Fruchtfolge" – "Bodenbearbeitung und Bestellung" – "Düngung" – "Pflege" – "Ernte"). Im Abschnitt 5.8. vergisst Backhaus kurzzeitig, dass hier als Wissenschaftler und nicht als Landwirtschaftsminister schreibt und stellt unbelegte, in seiner Arbeit nicht näher diskutierte Behauptungen auf:

Unter den Voraussetzungen der skizzierten Agrarstruktur sind die Ziele der Landespolitik u. a. ausgerichtet auf:# Standortgerechte Landnutzung und hohe Wertschöpfung im ländlichen Raum.


  1. Nachhaltigkeit der Nutzungssysteme für eine umweltverträgliche Pflanzenproduktion und artengerechte Tierhaltung sowie Erhöhung ökologischer Produktionsformen.
  2. Gläserner Agrar- und Nahrungsgüterproduktion zum Schutz der Verbraucher.
  3. Nutzung der natürlichen Ressourcen, nachwachsender Rohstoffe und erneuerbarer Energien. (Backhaus 2001: 61)



Desweiteren kritisiert Backhaus an dieser Stelle den Ökolandbau, jedoch wieder ohne seine Behauptungen zu belegen:

Auch im ökologischen Landbau kann die mechanische Pflege nicht den Erfordernissen entsprechen. Es ist bedauerlich, dass die Erkenntnisse, die bereits vor der Wende zum 20. Jahrhundert Gültigkeit hatten, in der Folgezeit verloren gingen bzw. bei dieser Wirtschaftsweise nicht zur Anwendung kommen. So muss man aus dem Reichtum an Wildpflanzen auf zahlreichen Feldern des Öko–Landbaues schlussfolgern. [...] Es besteht hier die große Gefahr, dass durch mitverarbeitete Unkrautsamen im Mehl erhebliche Mängel auftreten können. Veränderungen in der Pflege des Getreides in den ökologisch wirtschaftenden Betrieben sind deshalb und in Anbetracht der möglichen Erweiterung dieser Wirtschaftsweise dringend erforderlich. (Backhaus 2001: 68)


In Kapitel 6 (S. 70-75) wird das bis dahin notdürftig zusammengetragene Material noch einmal zusammengefasst. Der Autor ist sich nicht zu schade, in der Zusammenfassung der Ergebnisse seiner Promotionsschrift noch einmal darzulegen, was dieses Mecklenburg-Vorpommern eigentlich genau ist:

Mecklenburg-Vorpommern ist das nordöstlichste Bundesland Deutschlands. Das Land verfügt über eine Fläche von 23.171 km2 und hat 1,78 Mill. Einwohner. Es ist mit durchschnittlich 77 Einwohnern je km2 das dünn besiedelste [sic!] Land der Bundesrepublik. [...] Wirtschaftliche Schwerpunkte sind die Landwirtschaft, der Tourismus und die Hafenwirtschaft.

Im siebenten und letzten Kapitel (S. 76-79) geht der Autor zur Standortwerbung über:

Ziel der Politik muss es sein, der deutschen Landwirtschaft im Rahmen der EU eine kostendeckende Produktion zu Weltmarktpreisen zu ermöglichen. Entsprechend dem Umfang und den Verwertungsmöglichkeiten kommt in diesem Zusammenhang der Getreideproduktion eine herausragende Bedeutung auch in der Zukunft zu. Aus globaler Sicht verfügt Deutschland über sehr geeignete Standorte für die Getreideerzeugung und innerhalb dieser zählt die Agrarregion Mecklenburg-Vorpommern zu den besten für den Getreideanbau. (Backhaus 2001: 76)

Warum Doktorvater Norbert Makowski seinem Schützling für dieses stümperhafte Machwerk ein "cum laude" verliehen hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Im Spiegel 32/2003 und im Focus 16/2003 wird hier auf zwei Beraterverträge in Höhe von 13500 D-Mark für Makowski verwiesen, die von Backhaus' Ministerium bezahlt wurden.

Was der Aussagewert der im Anhang der Dissertation dargestellten Diagramme sein soll, bleibt offensichtlich ebenso ein Geheimnis des Verfassers - wissenschaftlicher Nonsens? Das Beispiel A1 "Winterweizenerträge der Jahre 1900 bis 1999 in Mecklenburg-Vorpommern" macht es deutlich. Der Verlauf der Kurve - eine Gerade - sowie es die in der Abbildung dargestellte Funktion auch ausdrückt. Nur mit detektivischem Spürsinn kann man auf der Abszisse den Zusammenhang zu den Werten erkennen, der auf der Ordinate zu den dazugehörigen Funktionsergebnissen führen soll! Die Kurve beginnt bei 1900 mit einem Ertragsquotienten von 12,3 dt/ha - in den weiter vorne gezeigten Tabellen werden für das Jahr 1900 ein Wert von 22,4 und für 1901 ein Wert von 14,3 angeboten. Rechts bei 1999 (also bei x = 100) findet sich der Wert 52,7 dt/ha, der im Gegensatz zu 77,3 dt/ha steht, genannt in der Tabelle A1 auf Seite 91 - die Ordinatenwerte für den Anfang und das Ende der Kurve liegen somit wesentlich zu niedrig. Dies ist offensichtlich auch so gewollt, denn bei genauerer Analyse der A1-Tabellenwerte tritt zutage, dass nach der Wende (ab 1990) regelmäßig die größten Ertragssteigerungen zu verzeichnen waren (!!), die durch die willkürliche gefundene Funktion (y = 0,402x + 12,3 welche mathematisch korrekt so auszudrücken wäre: y = 0,402 * (x - 1900) + 12,3) totgebügelt wurden, während auf der anderen Seite die DDR-Jahre von 1954 bis 1989 regelmäßig um mehr als 25% überbewertet wurden. Eine ähnliche Überbewertung liefert die von Backhaus gefundene Funktion auch für die Jahre von 1918 bis 1944, wobei die frühen Jahre von 1900 bis 1917 völlig unterbewertet werden. Welchen Wert hat die Backhaus-Dissertation?

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